Monte Carlo 2008 
fWie jedes Jahr Anfang Juli trafen sich im mondänen Monte Carlo die Weltelite der Backgammonspieler zur dort stattfindenden Backgammonweltmeisterschaft. Profispieler und Hobbyspieler aus der ganzen Welt waren in den drei Klassen am Start. Einmal mehr hätte dem Veranstalter klar werden müssen, dass die gleichzeitig laufende World Series of Poker sich nicht positiv auf die Teilnehmerzahl auswirkt. Mit 199 Spielern im Championsfeld setzte sich der negative Trend der letzten Jahre fort. Der Turnierplan wurde im Gegensatz zu den vorherigen Jahren ein wenig abgeändert. Mit Howard Markowitz und Chris Ternel wurden erfahrene Turnierveranstalter mit ins Boot geholt um dem in den letzten Jahren ein wenig eingerosteten Turnier neues Leben einzuhauchen. Markowitz der seit vielen Jahren das Backgammonturnier in Las Vegas veranstaltet, steht für gute Organisation und einen straffen Turnierablauf. Chris Ternel richtete lange die Nordic Open aus, aber gab schon vor geraumer Zeit die Führung an die DBGF ab.
Viele waren voller Hoffnung das beide für einen reibungslosen Ablauf sorgen würden und einige neue Ideen mitbringen würden. Leider wurden unsere Hoffnungen nicht erfüllt. Wie auch schon in den Jahren zuvor wurde die latente Unpünktlichkeit vieler Spieler nicht wie bei anderen Turnieren mit Penaltypunkten bestraft. Neue Ideen bestanden hauptsächlich daraus, dass die progressive Consolation eingeführt wurde und andere Dinge wie das Tennisturnier einfach gestrichen wurden. Innovative Dinge wie Ónline Qualifier, die beim Pokern selbstverständlich sind und es auch bei Turnieren der Veranstalter Eric Guedji (Partouche Tour) und Chiva Taffazoli (European Backgammontour) gibt, war einmal mehr Fehlanzeige. Es wäre schön, wenn es möglich gewesen wäre Online Packages in den verschiedenen Divisions zu gewinnen, um der Backgammoncommunity frisches Blut zuzuführen.
Trotzdem traf man viele bekannte Gesichter in Monaco wie die Topspieler Francois Tardieu, Backgammongiant Nr.1 Falafel, Sander Lyloff, Bob Wachtel, die ehemaligen Weltmeister Peter Jes Thomsen, John Royset und Dennis Carlston. Deutsche Topspieler waren auch zahlreich am Start. Andreas Humke, Peter Heitmüller, Mario Kühl, Carsten Joh, Christoph Wagener, Volker Sonnabend, Götz Hildsberg, Torsten Haase, Achim Müller, Sakis Lagopatis und Michael Friedrich waren am Start. Wie bei Turnieren dieser Grössenordnung normal, schieden viele der top gesetzten Spieler in den ersten Runden aus. Besonders hart traf es die deutschen Spieler von denen nur wenige die dritte Runde überstanden. Einzig Achim Müller und Mario Kühl schaften dies. Aber auch Mario mußte dann die Segel streichen und so hielt Achim Müller, der schon 1998 im Halbfinale war, die deutsche Fahne hoch. Unter den letzten 16 mußte er sich mit Exweltmeister John Royset aus Norwegen auseinandersetzen. Sicherlich eine sehr hohe Hürde für Achim die er aber locker nahm. Royset hatte nicht gerade seinen besten Tag und von der ersten Minute an chancenlos. Achim ging schnell 9:2 in Führung und kam über 18:10 zu einem souveränen Sieg. Im Viertelfinale wartete dann der schwedische Topspieler Lars Degerman auf Achim. Doch auch der konnte Achims Siegeszug nicht stoppen. Ein weiterer ungefährdeter Sieg brachte Achim ins Halbfinale, wo er auf den potugiesischen Altmeister Mario Sequeira traf. In der Intermediate und in der Beginner Division waren auch erfreuliche Dinge zu berichten. Edith Afchani erreichte zur Freude Aller das Finale bei den Beginnern. Holger Gerwin stand bei den Intermediates im Consolation Halbfinale, mußte sich nach Führung aber knapp geschlagen geben. Eine außergewöhnliche Leistung die auf jeden Fall Erwähnung verdient ist das Match von Peter Jes Thomsen gegen den Franzosen Babillion. Der Weltmeister von 1993 spielte in einem 19 Punkte Match die unglaubliche Errorrate von 1,1!!!!!. PJT gehört zu den absoluten Topathleten in der Backgammonszene. Mein eigenes Abschneiden war weniger erfreulich. Ich verlor jeweils in den ersten Runden vom Main, 1.Consolation , 2.Consolation und Last Chance. Die 3 Matches vom Main und der Conso könnt ihr im Matcharchiv finden. Es gab dann aber auch bei den Champions noch einige Erfolge. Carsten Joh stand im Finale der ersten Consolation und mußte sich dort dem Schweden Lars Degerman geschlagen geben. Michael Friedrich stand im Halbfinale der 2. Consolation und unterlag dort Ricardo Spinola.
Nun zurück zu unserem Halbfinalisten Achim Müller, der gegen Mario Sequeira antreten mußte. Bei den Buchmachern und beim fachkundigen Publikum wurde Achim als klarer Favorit gehandelt. Doch das Match begann gleich mit einem furios würfelnden Mario Sequeira, der schnell mit 7:3 in Führung ging. Doch dann wendete sich das Blatt und Achims sauberer Spielstil brachte ihn 17:14 in Führung. In diesem Moment sahen viele Zuschauer Achim schon fast im Finale. Nun jedoch setzte Seqeiuras Glückssträhne ein weiters mal ein und Achim machte in der Folge keinen einzigen Punkt mehr und mußte sich letztendlich mit 23:17 geschlagen geben. Achim hatte sicherlich eine traumhafte Woche. Das letzte Quentchen Glück hat ihm zum ganz grossen Erfolg leider gefehlt. Ihm war aber keinerlei Enttäuschung anzusehen und er zeigte sich auch in der Niederlage als wahrer Sportsmann. Im zweiten Halbfinale setzte sich der dänische Topspieler Lars Trabolt, den man im Internet als HighStakes Cashgame Spieler kennt, gegen den israelischen Spieler Joel Schiff durch. Nun kommt es im Finale zur Begegnung Seqeiura gegen Trabolt. Im Finale wurde der Däne Trabolt von allen anwesenden als Favorit gehandelt. Er ist als starker Cashgame Spieler bekannt und begann das Finale mit einer Folge von guten Würfen. Schnell ging er mit 9:2 in Führung. Beim Stand von 10:3 und einem Cube auf der Seite von Sequeira kam es zu einem Coupe Classic. Trabolt warf nach 12 abgetragenen Steinen und 3 Steinen auf dem 2er Punkt 4:1 beim Abtragen und Sequeira konnte die beiden letzten Steine von Lars treffen und sein Board schliessen. In dieser Partie konnte er noch redoppeln und kam so auf 10:7 ran. Im weiteren Spielverlauf zog Lars wieder schnell davon und ging mit 19:8 in Führung. Im folgenden Spiel mußte er ein Redoppel auf 4 nehmen und in der Folge entwickelte die Partie sich so, dass Lars im Gammon stand. Nur mit sehr viel Glück konnte er das Gammon verhindern und Sequeira kam nur auf 19:12 heran. Hier war dann aber auch Schluß für Mario Sequeira und er machte keinen Punkt mehr. Somit heißt der Backgammonweltmeister 2008 Lars Trabolt. Lars ist in der Backgammonszene als Spieler mit untadeligen Ruf und als grosser Sportsmann bekannt. Somit ein sehr verdienter Weltmeister und echter Sympathieträger im Weltbackgammon. Zuletzt auch noch zu erwähnen das Ingrid Sonnabend am letzten Tag ungücklich das Finale im Ladiescup gegen Scarlett Serrero verlor. 
Backgammon-Poker.de gratuliert allen Gewinnern . Nächste Woche ist das WsOB und Partouche Turnier in Cannes auch von dort werde ich berichten. Insgesamt muß man zu dem Turnier sagen das viele Leute unzufrieden waren. Man konnte kein Konzept erkennen und auch keine Visionen wie das Backgammon weiter entwickelt werden könnte. Die Leute die neu dazu kamen stehen nicht für innovative Ideen. Wir alle hoffen das sich im nächsten Jahr einiges ändern wird. Sponsoren und das Fernsehen müssen involviert werden wie man es von Eric`s und Chiva`s Turnieren kennt. Trotzdem hat Monaco nicht sein Flair verloren und viele von uns haben sich hier gut amüsiert.
Ergebnisse Champions (199) 1. Lars Trabolt (Dänemark) 2. Mario Seqeiura (Portugal) 3/4 Achim Müller (Ger), Joel Schiff (Israel) 1. Consolation 1. Lars Degerman (Schweden) 2. Carsten Joh (Ger) 3/4 Ed OŽLaughlin, M. Nasu (Japan) 2. Consolation 1. N.Eber (South Africa) 2. Ricardo Spinola 3/4. Paul van Dyke (Netherlands), Michael Friedrich (Ger) Last Chance 1. Zarrinnam (USA) 2. Michito Kageyama (Japan) Consulting Doubles 1. Kenji Shimadaira/Suzuki (Japan) 2. Persson/Badiei (Schweden) Intermediate (58) 1. V.Mikahaylets (Russia) 2. A.Defoucher (France) 3/4. P.Rosendal (Dänemark),Sam Ahmed (Ägypten) 1. Consolation 1. J.Enemark (Dänemark) 2. sara Utku (Schweden) 3/4. J.Andersen (Dänemark), Bendaoud (France) 2. Consolation 1. C.Fauquet (France) 2. Francois Coignard (France) 3/4. Holger Gerwin (Ger), Majken Johannsen (Dänemark) Last Chance 1. Kay Nielsen (Dänemark) 2. M.de Bruin Beginner (41) 1. Vasili Kavun 2. Edith Afchani (Ger) 3/4. J.Mistowski, Gasparzan 1. Consolation 1. O.Dvali (Georgia) 2. Todrea (Georgia) 3/4. Lars Hove, B.Mamporia 2. Consolation 1. Ghazarian (Armenien) 2. L.Monaco 3/4. B.Migliore, D.Wanounou Last Chance 1. A.Viennois (France) 2. L.Petrosian Super Jackpot 1. Bob Wachtel (USA) 2. Ari Noguiera (Brasil) Ladies Tournament 1. Scarlett Serrero (France) 2. Ingrid Sonnabend (Ger)
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